Nachbaranspruch gegen Einzelhaus mit vielen Wohneinheiten

 

Unter Umständen kann einem Eigentümer ein Anspruch gegen die Baugenehmigung eines Nachbarn aus dem Grundsatz des sog. „Gebietserhaltungsanspruchs“ zustehen. In einem Einzelfall führte das OVG Lüneburg (Beschluss vom 18.07.2014, Az: 1 LA 168/13) aus, dass dieser Anspruch mit den Festsetzungen des Bebauungsplanes zur Art der baulichen Nutzung entsprechen kann. Die Anzahl der Wohnungen in einem Gebäude sei grundsätzlich kein Merkmal, das die Art der baulichen Nutzung betrifft. Weiter war im vorliegenden Fall die Anzahl der Wohnung im Bebauungsplan nicht beschränkt.

Weiter erteilte das Gericht dem Kläger in seiner Ansicht eine Absage, dass die Zulässigkeit von Einzel- und Doppelhäusern in Verbindung mit der Beschränkung auf eine maximal zweigeschossige Bauweise lasse darauf schließen, dass auf einem Grundstück maximal vier Wohneinheiten zulässig seien. Auf einem Grundstück dürften mehrere Einzel- und Doppelhäuser stehen. Daneben sei die Anzahl der in einem Einzelhaus zulässigen Wohnungen nicht beschränkt. Im bauplanungsrechtlichen Sinn sei ein Einzelhaus schlicht ein Baukörper mit allseitigem Grenzabstand – im Gegensatz zu einem Doppelhaus, das auf einer Seite an die Grundstücksgrenze gebaut ist und zur Hausgruppe, die sich über mehrere Grundstücke erstrecke. Selbst Wohnblocks seien Einzelhäuser.