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Baugenehmigung für Einfamilienhaus

Für potenzielle Bauherren ist es zu Beginn eines Bauprojektes entscheiden, ob eine Baugenehmigung für das Vorhaben benötigt wird. Dies richtet sich grundsätzlich nach der jeweiligen Bauordnung des Bundeslandes.

Für Niedersachsen finden Sie hier einen Beitrag zu der Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen ein Bauherr in Niedersachsen eine Baugenehmigung für ein typisches Einfamilienhaus braucht.

Zweistöckiges Mehrfamilienhaus im allgemeinen Wohngebiet

 

Das OVG Lüneburg hat mit Beschluss vom 28.05.2014 (Az: 1 ME 47/14) entschieden, dass ein zweistöckiges Mehrfamilienhaus mit fünf Wohneinheiten in einem allgemeinen Wohngebiet, das von Ein- und Zweifamilienhäusern geprägt ist, errichtet werden darf. § 15 Abs. 1 Satz 1 der Baunutzungsverordnung stehe dem nicht entgegen.

Hinsichtlich der Art der baulichen Nutzung füge sich das geplante Mehrfamilienhaus in die Eigenart der näheren Umgebung ein. Es handele sich um ein Wohngebäude im Sinne von § 4 Abs. 2 Nr. 1 BauNVO. Daran ändere auch nichts, dass in dem Gebäude fünf Wohneinheiten geplant sind. Die Anzahl der der Wohnungen in einem Gebäude sei kein Merkmal, das die Art der baulichen Nutzung prägt (unter Hinweis auf BVerwG, Beschl. v. 24.04.1989, NVwZ 1989, 1060).

Nachbarn, die gegen dieses geplante Vorgehen gerichtlich vorgingen, konnten sich nach der Begründung des Gericht auch nicht gegen die Anzahl oder die Anordnung der Stellplätze wehren. § 12 der BauNVO sehe vor, dass in allgemeinen Wohngebieten Stellplätze nur für de durch die zugelassene Nutzung verursachten Bedarf zulässig sind.